CAMERA OBSCURA

Alle auf dieser Webseite gezeigten Bilder und durch die Galerie angebotenen Bilder sind mit einer Lochkamera ohne Objektiv hergestellt. Die folgende Abhandlung erklärt das Prinzip:

Camera Obscura
Licht, das durch ein in einer Wand eingerichtetes kleines Loch in den dunklen Raum eintritt, wirft auf die gegenüberliegende Wand das verkleinerte und kopfstehende Bild aller Objekte, die außerhalb des Raums vorhanden sind. Begründet wird dieses Phänomen durch die Tatsache der geradlinigen Ausbreitung des Lichts.

Camera obscura

Strahlenbündel
Stellt man sich eine kleine, nahezu punktförmige Lichtquelle vor, so breiten sich die Lichtstrahlen allseitig radial und dreidimensional aus. Greift man aus dieser Gesamtheit einen Ausschnitt heraus, so spricht man von einem divergenten Strahlenbündel. Divergente Strahlenbündel unterscheiden sich voneinander geometrisch lediglich durch ihren Öffnungswinkel. Sie sind in der Natur vorherrschend – sofern keine weiteren Manipulationen vorgenommen werden.

Lochkamera
Ein ganz einfaches fotografisches Abbildungsprinzip, das auf den Grundlagen der geradlinigen Ausbreitung des Lichts beruht, ist die Lochkamera (Camera obscura).
 Stellen wir uns eine kleine punktförmige Lichtquelle vor: Diese sendet allseitig ein divergentes Strahlenbündel aus. Installieren wir nun in einigem Abstand eine Lochblende, mag nur ein sehr kleiner Teil der Lichtstrahlen durch die Öffnung treten. Auf einem sich dahinter befindenden weißen Schirm bildet sich ein heller Fleck in Form der Blende. Ist die Öffnung der Blende sehr klein, kann der auf dem Schirm ersichtliche Lichtfleck als Abbildung der punktförmigen Lichtquelle angesehen werden.

 

geradlinig          Druck

Derselbe Eindruck entsteht, wenn wir statt einer punktförmigen Lichtquelle einen «Gegenstand» – bestehend aus einem weißen Punkt auf schwarzer Fläche – betrachten. Allerdings muss dann dieses Objekt durch eine Lichtquelle beleuchtet sein. Der helle Punkt reflektiert das auffallende Licht divergent und kann einer selbstleuchtenden, punktförmigen Lichtquelle gleichgesetzt werden. Diese Überlegung bedeutet nichts anderes, als dass jeder Gegenstand aus unendlich vielen einzelnen Punkten besteht, von denen jeder bei Beleuchtung das auffallende Licht divergent reflektiert. 
Halten wir nun eine kleine Lochblende in das Sammelsurium all dieser divergenten Strahlenbündel, kann von jedem Bündel nur ein ganz geringer Anteil die Öffnung passieren und sich auf einem dahinter befindenden Schirm als Punkt wieder abbilden. Die Summe all dieser abgebildeten Punkte erzeugt ein reelles Abbild des Gegenstandes auf dem Schirm. Nach diesem Prinzip arbeitet die einfachste fotografische Apparatur: die Lochkamera.

Die Belichtungsöffnung der Lochkamera besitzt keine Brennweite. Der dargestellte Bildwinkel ist allein abhängig von der Länge des Kameraauszugs: Je länger der Auszug, umso enger der Bildwinkel.